Der Schwur

 


Finster, schaurig und schrecklich die Nacht,

hört wie es blitzt und donnert und kracht!

Es rasen die Winde, es heulet der Sturm,

da schlägt es zwölfe vom nahen Turm.

 

Auf einsamen Wegen ein Wanderer schleicht,

jetzt hat er gerade das dunkle Tor erreicht.

In weitem schleppenden Mantel gehüllt,

die wirren Haare umkreisen ihn wild.

 

Seht, da steht er unter dem grossen Tor,

er hebt die Hand zum Schwure empor.

Verzerrt das Antlitz in wildem Grimm,

und ruft mit gewaltiger, grässlicher Stimm:

 

"Nein," ruft er, "so lang noch ein Tropfen Blut

in meinen Armen rinnen tut,

so lang ich noch leben und atmen werde,

Nein, hört es ihr Stürm in wildem Gebraus,

Nein, nie mehr gehe ich ohne Regenschirm aus!"